Ratgeber Nephroblastom

Informationen für Betroffene und Angehörige

Was ist ein Nephroblastom (Wilmstumor)?

Nephroblastome sind relativ seltene Tumoren der Niere, von denen zumeist Kinder im Alter von ca. zwei bis fünf Jahren betroffen sind. Rund sechs Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen bei Kindern sind Nephroblastome. Ca. 110 Kinder bzw. Jugendliche erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an dieser Krebsart, bei der es sich um einen embryonalen, bösartigen soliden Tumor der Niere handelt.

Nephroblastome werden nach ihrem Erstbeschreiber auch Wilmstumoren genannt. Karl Maximilian Wilhelm Wilms (1867–1918), deutscher Arzt und Chirurg, veröffentlichte 1899 eine viel beachtete Schrift über „Die Mischgeschwülste“, zu denen auch das Nephroblastom (Wilmstumor) zählt. Als Mischgeschwulst besteht dieser Tumor der Niere i. d. R. aus unterschiedlichen Typen von fehldifferenziertem embryonalen Nierengewebe. Häufig bilden sich Metastasen in der Lunge.

Mehr als drei Viertel aller Betroffenen können durch eine geeignete Therapie geheilt werden. Bei frühzeitiger Diagnose sind die Prognosen noch besser. Von großer Bedeutung ist dabei, in welchem Stadium das Nephroblastom diagnostiziert wird und welche feingeweblichen Charakteristika der Tumor aufweist.

Wichtig ist in jedem Fall, nach der Therapie eine entsprechende Nachsorge durchzuführen, um eventuelle Rückfälle rechtzeitig diagnostizieren zu können. Dabei ist es insbesondere in den ersten zwei Jahren unabdingbar, sehr engmaschig Kontrolluntersuchungen durchzuführen. Tritt binnen dieser Zeit kein Rezidiv auf, können die Abstände zwischen den Kontrolluntersuchungen verlängert werden. Erst nach ca. fünf Jahren können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt ggf. weitere Kontrolluntersuchungen ausgesetzt werden.

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